Zum Inhalt springen

Welche Software nutzen Lagerleiter?

Christophe Vreeke ·

Lagerleiter setzen in der Regel auf eine Kombination aus verschiedenen Softwaretools, um einen reibungslosen Betriebsablauf zu gewährleisten. Zu den Kernkomponenten gehören ein Lagerverwaltungssystem (WMS) für das tägliche Bestands- und Auftragsmanagement, ein ERP-System für die allgemeinen Geschäftsabläufe sowie zunehmend auch Lagersimulationssoftware oder Digital-Twin-Tools, um vor kostspieligen Änderungen zu planen, zu testen und zu optimieren. Die richtige Kombination hängt von der Größe, der Komplexität und den Wachstumszielen des Betriebs ab. Im Folgenden erläutern wir die einzelnen Ebenen dieses Stacks und erklären, wie sie zusammenwirken.

Auf welche Arten von Software setzen Lagerbetriebe in der Regel?

Lagerbetriebe stützen sich in der Regel auf drei Kernkategorien von Software: ein Lagerverwaltungssystem (WMS) für die operative Steuerung, ein ERP-System für unternehmensweite Daten sowie Analyse- oder Simulationswerkzeuge für die Planung und Optimierung. Die meisten modernen Lagerbetriebe setzen alle drei in Kombination ein, wobei je nach Branche und Komplexität zusätzliche Spezialwerkzeuge hinzukommen.

Hier finden Sie eine Aufschlüsselung der gängigsten Softwaretypen, die in Lagerumgebungen zum Einsatz kommen:

  • Lagerverwaltungssysteme (WMS): Erfassen Sie Bestände, Kommissionierung, Wareneingang und Versand in Echtzeit.
  • Enterprise Resource Planning (ERP): Verknüpfen Sie Lagerdaten mit den Bereichen Finanzen, Beschaffung, Personalwesen und weiteren Funktionen der Lieferkette.
  • Transportmanagementsysteme (TMS): Verwaltung von eingehenden und ausgehenden Frachttransporten, Auswahl der Spediteure und Planung der Liefertermine.
  • Personalmanagementsysteme (LMS): Erfassen Sie die Produktivität der Belegschaft, legen Sie Leistungsstandards fest und steuern Sie den Personalbestand.
  • Simulations- und Digital-Twin-Software: Modellieren Sie Lagerlayouts, testen Sie Betriebsszenarien und prüfen Sie Investitionen vor der Umsetzung.
  • Automatisierungssoftware: Steuerung von Förderbändern, Sortieranlagen, automatisierten Lager- und Bereitstellungssystemen (AS/RS) sowie Robotersystemen.

Die Auswahl der in einem Lager eingesetzten Tools spiegelt dessen Reifegrad und die betrieblichen Anforderungen wider. Ein kleines Fulfillment-Center kommt möglicherweise allein mit einem einfachen WMS aus, während ein großes Distributionszentrum, das jährlich Millionen von Bestellungen abwickelt, in der Regel alle oben genannten Kategorien in ein vernetztes Technologie-Ökosystem integriert.

Wozu dient ein Lagerverwaltungssystem (WMS)?

Ein Lagerverwaltungssystem (WMS) ist eine Software, die darauf ausgelegt ist, den täglichen Betrieb eines Lagers zu steuern und zu optimieren – vom Wareneingang bis zum Warenausgang. Es verwaltet in Echtzeit die Lagerorte, die Arbeitsabläufe bei der Auftragsabwicklung, die Kommissionierstrategien, die Arbeitsaufgaben und die Versandprozesse und verschafft den Lagerleitern so einen Überblick und die Kontrolle über die Vorgänge im Lager.

In der Praxis übernimmt ein WMS Aufgaben wie beispielsweise:

  1. Wareneingang und Einlagerung: Erfassung des Wareneingangs, Zuweisung von Lagerplätzen und Weiterleitung der Mitarbeiter zum richtigen Lagerplatz oder Fach.
  2. Bestandsverwaltung: Nachverfolgung von Lagerbeständen, Verfallsdaten, Chargennummern und Seriennummern über mehrere Zonen und Standorte hinweg.
  3. Kommissionierung: Erstellung von Kommissionierlisten, Steuerung der Mitarbeiter mithilfe von Wave-, Batch- oder Zonen-Kommissionierungsstrategien sowie Reduzierung der Laufzeiten.
  4. Verpackung und Versand: Überprüfung des Verpackungsinhalts, Erstellung von Versandetiketten und Kommunikation mit den Spediteuren.
  5. Retourenabwicklung: Verwaltung der Rücklogistik sowie Wiedereinlagerung oder Entsorgung von Retouren.

Ein WMS ist das operative Rückgrat jedes Lagers. Ohne ein solches System sind Manager auf Tabellenkalkulationen oder papierbasierte Prozesse angewiesen, die nicht skalierbar und fehleranfällig sind. Ein WMS ist jedoch für die Ausführung konzipiert, nicht für die Planung oder vorausschauende Analyse – hierfür sind andere Tools erforderlich.

Erstellen Sie Ihre eigene Simulation ganz nach Ihren Vorstellungen

Enterprise Dynamics bietet Entwicklern die volle Kontrolle über die Modellierung, Skalierung und Integration komplexer Systeme mit C++, APIs und Echtzeitdaten.

Entdecken Sie Enterprise Dynamics

Wie lässt sich eine Lagerverwaltungssoftware mit ERP- und anderen Systemen verknüpfen?

Lagerverwaltungssoftware ist über direkte Integrationen, APIs oder Middleware-Plattformen mit ERP- und anderen Systemen verbunden, wodurch der Datenfluss zwischen den Systemen nahezu in Echtzeit erfolgt. Das WMS verwaltet die betrieblichen Lagerdaten, während das ERP-System die Finanz-, Beschaffungs- und Stammdatensätze enthält. Sind diese Systeme integriert, führen Vorgänge im Lager automatisch zu einer Aktualisierung der Bestandswerte, Bestellungen und Verkaufsdaten auf Unternehmensebene.

In einer gut integrierten Umgebung profitiert ein Lagerleiter von folgenden Vorteilen:

  • Synchronisierte Bestandsdaten: Bestandsbewegungen im WMS werden automatisch im ERP aktualisiert, wodurch ein manueller Abgleich entfällt.
  • Auftragstransparenz: Die im ERP-System erstellten Kundenaufträge werden direkt in das WMS übertragen und dort ohne erneute Eingabe abgewickelt.
  • Abstimmung der Beschaffung: Eingehende Bestellungen aus dem ERP-System lösen Wareneingangs-Workflows im WMS aus.
  • Finanzielle Genauigkeit: Die Bestandsbewertungen spiegeln die Lageraktivitäten in Echtzeit wider und ermöglichen so eine genaue Berichterstattung.

Über das ERP-System hinaus integrieren Lagerhäuser ihr WMS auch mit TMS-Plattformen für das Frachtmanagement, Automatisierungssteuerungssystemen für Anlagen wie Förderbänder und Sortieranlagen sowie Simulationswerkzeugen wie Enterprise Dynamics, um einen digitalen Zwilling der Lieferkette zu erstellen. Diese Integrationen ermöglichen eine datengestützte Entscheidungsfindung, die vom Fertigungsbereich bis hin zur strategischen Planung reicht.

Wo liegen die Grenzen herkömmlicher Lagerverwaltungssoftware?

Herkömmliche Lagerverwaltungssoftware, darunter die meisten WMS- und ERP-Plattformen, ist darauf ausgelegt, aktuelle Vorgänge zu verwalten und zu erfassen – nicht jedoch darauf, zukünftige Entwicklungen vorherzusagen oder zu testen, was unter anderen Bedingungen passieren könnte. Dies führt zu einer erheblichen Informationslücke für Lagerleiter, die vorausschauende Entscheidungen hinsichtlich Kapazitäten, Investitionen in die Automatisierung, Änderungen der Lagerlayouts oder der Vorbereitung auf Spitzenzeiten treffen müssen.

Zu den häufigsten Einschränkungen zählen:

  • Keine Szenariotests: Ein WMS kann nicht simulieren, was passiert, wenn Sie eine neue Förderlinie hinzufügen, Ihre Kommissionierstrategie ändern oder das Auftragsvolumen um 40 % steigern.
  • Statische Planungstools: Tabellenkalkulationen und einfache Planungsmodule können das dynamische, zeitabhängige Verhalten eines realen Lagers nicht abbilden.
  • Eher reaktiv als vorausschauend: Herkömmliche Software zeigt Ihnen erst im Nachhinein, was schiefgelaufen ist, nicht aber, wie Sie dies verhindern können.
  • Eingeschränkte Engpassanalyse: Um festzustellen, wo es bei Spitzenauslastung zu Durchsatzengpässen kommt, sind dynamische Simulationen erforderlich, nicht statische Berichte.
  • Investitionsrisiko: Die Entscheidung für teure Automatisierungsmaßnahmen oder Layoutänderungen ohne vorherige virtuelle Tests kann zu kostspieligen Fehlern führen.

Diese Lücken machen sich besonders in schnell wachsenden Betrieben bemerkbar, wo die Kosten einer falschen Entscheidung proportional zur Höhe der Investition steigen. Genau hier schließen Lagersimulationssoftware und Digital-Twin-Technologie die Lücke, die herkömmliche Tools offen lassen.

Inwiefern unterstützt Simulationssoftware die Entscheidungsfindung im Lager?

Lagersimulationssoftware unterstützt die Entscheidungsfindung, indem sie eine virtuelle Nachbildung eines Lagers erstellt, in der Manager und Ingenieure betriebliche Änderungen testen, Investitionen prüfen und Engpässe identifizieren können, ohne den laufenden Betrieb zu stören oder auch nur einen Euro für physische Umbauten auszugeben. Sie verwandelt die Planung von reinen Vermutungen in eine faktenbasierte Entscheidungsfindung.

Konkret ermöglicht Simulationssoftware den Lagerteams Folgendes:

  • Führen Sie Was-wäre-wenn-Szenarien durch, um verschiedene Layoutkonfigurationen, Kommissionierstrategien oder Automatisierungsoptionen zu vergleichen.
  • Führen Sie eine Durchsatzanalyse durch, um zu ermitteln, wie viele Aufträge ein System unter verschiedenen Bedingungen bearbeiten kann.
  • Erkennen Sie Engpässe, bevor sie im tatsächlichen Lager auftreten, insbesondere in Spitzenzeiten.
  • Prüfen Sie die Rentabilität von Investitionen in Förderanlagen, Sortieranlagen oder automatische Lager- und Retrievesysteme, bevor Sie sich zum Kauf entschließen.
  • Optimieren Sie die Personalplanung, indem Sie modellieren, wie sich der Personalbestand zu verschiedenen Tageszeiten auf den Durchsatz auswirkt.
  • Testen Sie Systemintegrationen und Automatisierungslogik in einer risikofreien virtuellen Umgebung.

Eine „Digital Twin“-Lagerverwaltungssoftware geht noch einen Schritt weiter, indem sie das Simulationsmodell mit Echtzeit-Betriebsdaten verknüpft, sodass das virtuelle Modell jederzeit den aktuellen Zustand des Lagers widerspiegelt. Dadurch lässt sich das Modell nicht nur für einmalige Planungsaufgaben nutzen, sondern auch als kontinuierliches Management-Tool, das die ständige Verbesserung unterstützt.

Welche Software sollten Lagerleiter vorrangig einsetzen?

Lagerleiter sollten der Einführung eines WMS oberste Priorität einräumen, falls sie noch keines besitzen, da es die operative Grundlage bildet, auf der alles andere aufbaut. Sobald die Prozesse der Bestandsverwaltung und der Auftragsabwicklung stabil sind und gut verwaltet werden, ist die nächste Priorität in der Regel die ERP-Integration für unternehmensweite Transparenz, gefolgt von Simulations- oder Digital-Twin-Software, sobald der Betrieb eine Größenordnung erreicht, in der Planungsentscheidungen mit erheblichen finanziellen Risiken verbunden sind.

Ein praktisches Rahmenkonzept zur Priorisierung sieht wie folgt aus:

  1. WMS: Legen Sie die operative Kontrolle, die Bestandsgenauigkeit und die Effizienz der Auftragsabwicklung als Ausgangsbasis fest.
  2. ERP-Integration: Verknüpfen Sie Lagerdaten mit den Bereichen Finanzen, Beschaffung und Lieferkettenmanagement, um eine lückenlose Transparenz zu gewährleisten.
  3. Automatisierungssoftware: Bitte hinzufügen, wenn das Lager mechanisierte oder automatisierte Systeme einführt oder ausbaut.
  4. Lagersimulationssoftware: Einsatz bei der Planung größerer Erweiterungen, Investitionen in die Automatisierung oder betrieblicher Umstrukturierungen, bei denen die Kosten einer falschen Entscheidung hoch sind.

Allerdings ist Simulationssoftware nicht nur für große Unternehmen gedacht. Auch mittelständische Unternehmen, die ein erhebliches Wachstum oder größere Investitionen planen, können ebenso davon profitieren, ihre Pläne virtuell zu testen, bevor sie diese umsetzen. Je früher die Simulation in den Planungsprozess einbezogen wird, desto größer ist ihr Nutzen.

Wie Enterprise Dynamics die Entscheidungsfindung im Lager unterstützt

Unsere Simulationsplattform „Enterprise Dynamics“ wurde speziell entwickelt, um die Planungs- und Optimierungsherausforderungen zu bewältigen, die mit herkömmlicher Lagersoftware nicht gelöst werden können. Sie ermöglicht es Ingenieuren und Betriebsteams, mithilfe eines Drag-and-Drop-Ansatzes präzise, dynamische Modelle von Lagerumgebungen zu erstellen und anschließend Simulationen durchzuführen, um reale Szenarien zu testen, bevor auch nur eine einzige Änderung im Lager vorgenommen wird.

Mit Enterprise Dynamics können Lagerteams:

  • Modellieren Sie komplette Lagersysteme, einschließlich Förderbänder, Sortieranlagen, Kommissionierstationen und Lagerbereiche, in 2D und 3D.
  • Integrieren Sie die Daten direkt in bestehende WMS- und ERP-Systeme, um einen digitalen Zwilling des aktuellen Betriebsablaufs zu erstellen.
  • Führen Sie Durchsatzanalysen und Untersuchungen zur Ermittlung von Engpässen durch, um Schwachstellen im System aufzudecken.
  • Testen Sie „Was-wäre-wenn“-Szenarien für Layoutänderungen, Investitionen in die Automatisierung oder Prozessumgestaltungen in einer risikofreien virtuellen Umgebung.
  • Prüfen Sie Kapitalinvestitionen anhand datengestützter Belege, bevor Sie sich zu hohen Ausgaben verpflichten.
  • Optimieren Sie die Personalplanung, indem Sie modellieren, wie sich Personalentscheidungen auf die Gesamtleistung des Systems auswirken.

Ganz gleich, ob Sie ein neues Distributionszentrum planen, eine bestehende Anlage erweitern oder eine Investition in die Automatisierung prüfen – Enterprise Dynamics gibt Ihrem Team die Sicherheit, die richtige Entscheidung zu treffen. Nehmen Sie Kontakt mit uns auf, um zu erfahren, wie Simulationen Sie bei Ihrer nächsten Entscheidung zum Thema Lager unterstützen können.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert die Implementierung eines WMS in der Regel, und was ist während der Einführung zu erwarten?

Die Zeitpläne für die WMS-Implementierung variieren stark je nach Größe und Komplexität des Betriebs, doch die meisten mittelgroßen Lager sollten vom Projektstart bis zur Inbetriebnahme mit einer Dauer von 3 bis 6 Monaten rechnen. Der Prozess umfasst in der Regel die Datenmigration, die Systemkonfiguration, die Integration in bestehende ERP- oder TMS-Plattformen, die Schulung des Personals sowie eine Parallelbetriebsphase, in der sowohl das alte als auch das neue System gleichzeitig in Betrieb sind. Die häufigsten Verzögerungen sind auf eine schlechte Datenqualität und die Unterschätzung des Aufwands für das Change Management zurückzuführen. Daher trägt eine frühzeitige Investition in saubere Stammdaten und die Einbindung der Mitarbeiter wesentlich dazu bei, die Einführung reibungsloser zu gestalten.

Was ist der Unterschied zwischen einem digitalen Zwilling eines Lagers und einem einmalig verwendeten Simulationsmodell?

Ein einmaliges Simulationsmodell wird erstellt, um eine bestimmte Planungsfrage zu beantworten, beispielsweise ob eine neue Förderanlagenkonfiguration die Durchsatzziele erfüllen wird, und wird in der Regel nicht mehr verwendet, sobald diese Entscheidung getroffen wurde. Ein digitaler Zwilling hingegen ist eine kontinuierlich aktualisierte virtuelle Nachbildung des Lagers, die mit den aktuellen Betriebsdaten vernetzt bleibt und somit jederzeit den aktuellen Zustand der Anlage widerspiegelt. Dadurch eignet sich ein digitaler Zwilling nicht nur für einmalige Planungsaufgaben, sondern auch als kontinuierliches Managementinstrument für die ständige Verbesserung, die Echtzeit-Überwachung von Engpässen und fortlaufende Was-wäre-wenn-Analysen im Zuge der Weiterentwicklung des Betriebs.

Kann Simulationssoftware dazu genutzt werden, eine Investition in die Automatisierung gegenüber der Unternehmensleitung oder Investoren zu begründen?

Ja, und dies ist einer der praktischsten und wertvollsten Anwendungsfälle für Lagersimulationssoftware. Durch die Durchführung von Durchsatzanalysen und Was-wäre-wenn-Szenarien in einem validierten Simulationsmodell können Betriebsteams datengestützte Belege erstellen, die genau aufzeigen, wie sich eine geplante Automatisierungsinvestition – wie beispielsweise ein automatisches Lager- und Retrieval-System (AS/RS) oder ein automatischer Sortierer – unter realistischen Bedingungen auswirken wird. Dadurch wird der Business Case von auf Annahmen basierenden Prognosen zu modellvalidierten Ergebnissen, was die Argumentation bei Präsentationen vor Finanzteams, der Geschäftsleitung oder externen Investoren erheblich stärkt, die vor der Genehmigung großer Investitionsausgaben erst einmal Vertrauen gewinnen müssen.

Was sind die häufigsten Fehler, die Lagerbetriebe bei der Integration ihres WMS in ein ERP-System machen?

Der häufigste Fehler besteht darin, die Integration als rein technisches Projekt zu betrachten und zu wenig in die Abstimmung der Prozesse zwischen dem Lager und den Finanz- oder Beschaffungsteams zu investieren. Wenn sich beide Seiten nicht darüber einig sind, wie Bestände bewertet, Bestellungen bearbeitet oder Retouren abgewickelt werden, kommt es zu Datenkonflikten, selbst wenn die technische Anbindung einwandfrei funktioniert. Weitere häufige Fallstricke sind die Integration, bevor das WMS vollständig konfiguriert und stabil ist, das Versäumnis, klare Regeln zur Datenverantwortung festzulegen, sowie das Versäumnis, vor der Inbetriebnahme ausreichend Zeit für Tests mit realistischen Transaktionsvolumina einzuplanen.

Woran erkennen wir, dass unser Lagerbetrieb über die Kapazitäten unserer derzeitigen Software-Lösung hinausgewachsen ist?

Die deutlichsten Anzeichen sind operativer Natur: steigende Fehlerquoten, manuelle Umgehungslösungen, die zur Routine werden, die Unfähigkeit, den Durchsatz in Spitzenzeiten zu skalieren, oder Führungskräfte, die viel Zeit damit verbringen, Daten zwischen verschiedenen Systemen abzugleichen. Was die Planung angeht: Wenn Ihr Team Fragen wie „Wie wirkt sich ein Anstieg des Auftragsvolumens um 30 % auf unseren Durchsatz aus?“ oder „Wo werden unsere Engpässe in der nächsten Hochsaison liegen?“ nicht sicher beantworten kann, ohne auf Vermutungen zurückzugreifen, ist dies ein deutlicher Hinweis darauf, dass Ihre aktuellen Tools nicht mehr ausreichen. Diese Lücken werden oft erst dann kostspielig, wenn sie bereits offensichtlich sind. Daher lohnt es sich, Ihre Software-Lösungen proaktiv zu überprüfen, anstatt abzuwarten, bis eine Krise eine Überprüfung erforderlich macht.

Ist eine Lager-Simulationssoftware nur für große Distributionszentren sinnvoll, oder können auch kleinere Betriebe davon profitieren?

Simulationssoftware bietet einen Mehrwert in jeder Größenordnung, in der die Kosten einer falschen Planungsentscheidung im Verhältnis zum Geschäft erheblich sind. Ein mittelgroßes Fulfillment-Center, das seine erste größere Investition in die Automatisierung oder eine Neugestaltung der Anlage plant, steht vor demselben grundlegenden Risiko wie ein großer Distributionsknotenpunkt: Ressourcen für eine Lösung bereitzustellen, die hinter den Erwartungen zurückbleibt oder neue Engpässe verursacht. Tatsächlich haben kleinere Betriebe oft weniger Spielraum für Fehler, was eine vorab validierte Planung umso wichtiger macht. Der entscheidende Faktor ist nicht die Größe der Anlage, sondern die Tragweite der zu treffenden Entscheidung.

Welche Daten müssen wir bereithalten, bevor wir ein Simulationsmodell für ein Lager erstellen?

Die wichtigsten Eingabedaten für ein präzises Lagersimulationsmodell sind Auftragsprofile (Volumen, Zeilen pro Auftrag, SKU-Mix), Bestandsdaten (Anzahl der SKUs, Lagerplätze, Produktabmessungen und -gewichte), Prozesszeiten (Kommissioniergeschwindigkeiten, Wegzeiten, Verpackungs- und Versanddauer), Gerätespezifikationen (Förderbandgeschwindigkeiten, Sortierkapazitäten, Leistung von Gabelstaplern) sowie Personalbesetzungsmuster. Je genauer diese Eingabedaten die tatsächlichen Betriebsbedingungen widerspiegeln, desto zuverlässiger sind die Simulationsergebnisse. Es ist anzumerken, dass Simulationsprojekte oft Datenlücken aufdecken, von denen das Lager gar nicht wusste, dass sie bestehen – was an sich schon ein wertvolles Ergebnis des Prozesses ist.

Verwandte Artikel